 
CEDILLE RECORDS: CDR 90000 068
BRAHMS UND JOACHIM VIOLINKONZERTE
RACHEL BARTON PINE, VIOLINE
CARLOS KALMAR, DIRIGENT
CHICAGO SYMPHONY ORCHESTRA
EIGENE ANMERKUNGEN
von Rachel Barton
Schon seit meinen ersten Geigenstunden hat mich das Brahms Violinkonzert
in seinen Bann gezogen. Im Alter von 14 Jahren begann ich, es zu
erlernen, und so wurde es bald zu einem Hauptpfeiler meines Repertoires.
Mit eben diesem Brahms Violinkonzert gewann ich verschiedene Preise
auf internationaler Ebene und bestritt viele meiner Debuts in Europa
und Amerika. Es ist und bleibt eines der erfüllendsten von
mir aufgeführten Werke.
Das Konzert "in ungarischer Weise" von J. Joachim fasziniert
mich schon seit Jahren. Als ich begann, mich intensiv damit zu beschäftigen,
erschien es mir, als sei es wie auf mich zugeschnitten, ein Eindruck,
der sich durch die starke Beziehung zweier meiner Professoren zur
dieser Musik noch weiter verstärkte. Einer meiner Chicagoer
Professoren, Roland Vamos, ist wie J. Joachim ungarisch-jüdischer
Herkunft. In jungen Jahren begleitete Dr. Vamos seinen Vater häufig
zu Zigeunermusik-Darbietungen in den Kabaretten des ungarischen
Bezirks von New York. Während seines Studiums verdiente er
sich seinen Lebensunterhalt unter anderem als "schlendernder
Violinist", der Zigeunerweisen spielte. Mit seinem stilistischen
Feingefühl war er eine unermesslich wertvolle Ressource für
mich. Mein Berliner Geigenlehrer Werner Scholz war ein Schüler
von Gustav Havemann, der seinerseits unter J. Joachim studiert hatte.
Ich kann mich glücklich schätzen, mein Wissen über
die Concertos von Joachim und Brahms von jemandem, der der ursprünglichen
Quelle dieser Musik so nahe steht, erhalten zu haben. Auch durch
die Lektüre der Abhandlung "Violonschule", in der
Joachim seine violinistische Interpretation des Brahms Concertos
darlegte, bescherte mir beim Studium dieses Konzertes besondere
Einblicke.
Die dauerhafte Freundschaft zwischen Brahms und Joachim bereicherte
beider Musik und Leben. Auch die Darbietungen der vorliegenden Aufnahme
wurden durch Freundschaft bereichert. Als ich im Alter von zehn
Jahren mit dem Chicago Symphony Orchestra debütierte, schwärmte
ich in einem Fernsehinterview: "Das Chicago Symphony Orchestra
ist nicht ein x-beliebiges olles Orchester. Es ist ein spitzenmäßig
supertolles Orchester!" Während der folgenden achtzehn
Jahre und vieler darauf folgender Solodarbietungen lernte ich die
meisten Orchestermitglieder persönlich kennen. Die Betreuer,
Mentoren und Lehrer meiner frühen Teenagerzeit sind zu Kammermusikpartnern,
geschätzten Kollegen und Freunden geworden. Die Geschichte
unserer langjährigen Zusammenarbeit verleiht der Musik bei
jedem erneuten Zusammenwirken eine ganz besondere Dimension.
Maestro Carlos Kalmar lernte ich kurz vor dieser Aufnahme kennen,
als wir bei der Aufführung des Konzertes "in ungarischer
Weise" von Joachim mit Chicagos Grant Park Orchestra erstmals
zusammenarbeiteten. Carlos Kalmar ist ein fantastischer und inspirierender
Musiker, der sehr viel persönliche Wärme ausstrahlt. Ich
werde ihm stets für seine musikalische Feinfühligkeit,
seinen Humor und seine unerschöpfliche Energie, die er während
unseres zweitägigen Aufnahmemarathons bewies, dankbar sein.
In ihm fand ich einen Seelenverwandten in der Musik und einen geschätzten
Freund.
Ich freue mich sehr, Ihnen diese zwei wunderbaren Konzerte nahe
bringen zu dürfen.
DIE VIOLINKONZERTE VON BRAHMS UND JOACHIM
Anmerkungen von Rachel Barton
Diese Plattenaufnahme paart erstmals das Violinkonzert von Brahms
mit dem Konzert "in ungarischer Weise" von Joachim und
lädt somit zur einer musikalischen Erforschung der engen persönlichen
Beziehung zwischen Joseph Joachim und Johannes Brahms ein. Als sich
Brahms und Joachim im Jahre 1853 kennen lernten, hatte sich der
damals einundzwanzigjährige Joachim bereits als Violinvirtuose
und Komponist einen Namen gemacht. Brahms dagegen, hoch begabt und
zwei Jahre jünger als Joachim, war noch nahezu unbekannt. Zwischen
den beiden jungen Männern entwickelte sich rasch eine enge
Freundschaft, und es begann ein zeitlebens fortgeführter musikalischer
Dialog.
Brahms und Joachim forderten sich gegenseitig ohne Unterlass -
mit ihrer Korrespondenz tauschten sie auch Kontrapunktübungen
aus. Im Jahre 1853 zogen sie in eine gemeinsame Wohnung in Göttingen,
und Brahms begann, bei Joachim Instrumentation zu studieren. Joachim
fungierte als Brahms Mentor und machte ihn mit Schumann und anderen
führenden Musikern dieser Tage bekannt. Brahms, der sonst mit
Komplimenten eher sparsam umging, hatte nichts als lobende Worte
für die Kompositionen von Joachim. Am 16. Februar 1855 schrieb
Brahms seinem Freund einmal Folgendes, ". . . so gewaltig hat
wohl noch niemand Beethovens Feder geführt. . . . Ich wünschte,
Du wüßtest nur halb, wie mich Deine Sachen erfüllen.
. . ." In einem anderen Brief ließ er verlauten, dass
in Joachim mehr stecke als in allen anderen Komponisten zusammen."
Brahms hielt Joachim für begabter als sich selbst und bestärkte
ihn - sowohl privat als auch öffentlich - darin, sich mit noch
größerer Hingabe dem Komponieren zu widmen.
Im Jahre 1854 hatte Joachim bei der Komposition seines zweiten
Violinkonzertes "in ungarischer Weise", Op.11, schon enorme
Fortschritte gemacht. Er brauchte fast sechs Jahre zur Vervollständigung
dieser seiner bekanntesten und bedeutendsten Komposition. Er widmete
sie Brahms und führte sie im Jahre 1960 in Hannover erstmals
auf. Brahms dirigierte Joachims "ungarisches" Violinkonzert
bei verschiedenen Aufführungen und bestärkte seinen Freund
darin, dieses Konzert häufig vorzutragen. Viele zeitgenössische
Musikkritiker betrachteten es als eines der bedeutendsten je für
Violine komponierten Werke. Eduard Hanslick beschrieb in einer Rezension
für die Wiener Zeitung Die Freie Presse das Konzert
als Tongedicht voller Geist und Seele, voller Energie und Zartheit
zugleich. Im Jahre 1894 wurde es vom britischen Magazin The Strad
als ". . . eines der bisher bedeutendsten Meisterstücke
der Violinmusik" bezeichnet. Und im 20. Jahrhundert erklärte
der bekannte Violinpädagoge Carl Flesch (1873-1944) in seinen
Memoiren, das Konzert "in ungarischer Weise" stelle einen
Höhepunkt in der Literatur darstelle und sei das unübertroffen
beste je von einem Violinisten für sein Instrument verfasste
Werk.
Das Konzert "in ungarischer Weise" verkörperte eine
merkliche Abkehr von anderen zeitgenössischen Konzerten, bei
denen häufig die technischen Fertigkeiten hervorgehoben, der
tiefere musikalische Inhalt jedoch vernachlässigt wurde. Joachim
stand einer kunstvollen Feuerwerkstechnik kritisch gegenüber,
denn er vertrat folgende Überzeugung: "Musik ist reinster
Gefühlsausdruck, nur Zufälliges, Unnatürliches, Willkührliches
ist ihr fremd." (Brief an Waldemar Bargiel vom 7. April l853).
Getreu dieser Überzeugung dient jede Note im Konzert "in
ungarischer Weise" einem höheren Zweck. Keine Passage,
und sei sie noch so schwierig, wird zu Brillierzwecken eingeschoben.
Dem Soloisten ist jegliche geigerisch-brilliante Zuschaustellung
auf Kosten seiner Orchesterkollegen untersagt.
Trotzdem war Joachim in der Lage, eine als das schwierigste Werk
des Repertoires geltende Komposition zu verfassen. Joachim, für
seine großen Hände und seine erstaunliche Ausdauer bekannt,
verschwendete wohl kaum einen Gedanken daran, welche Schwierigkeiten
die massiven, die linke Hand überdehnenden und verdrehenden
Akkorde verursachen: Sie verlangen dem Bogenarm Höchstleistungen
ab, wenn ein voller und gehaltener Klang erreicht werden soll. Das
Üben des Konzertes "in ungarischer Weise" ist durchaus
mit der Vorbereitung auf einen Marathonlauf vergleichbar. Außerdem
wurde das Konzert mit seinen mehr als siebenundvierzig Minuten Länge
als "das längste Beispiel einer perfekten klassischen
Form" bezeichnet (Frederic Emery, "The Violin Concerto,"
1928). Jeder Versuch, bestimmte Passagen zu streichen (was bereits
mehrfach versucht wurde) stört das architektonische Gleichgewicht
des Werkes und fügt dem Stück beträchtlichen Schaden
zu.
Der erste der drei Sätze des Violinkonzertes, Allegro un
poco maestoso, besitzt Sonatenform - eine doppelte Exposition
und eine Coda mit längerer Kadenz. Die erste Melodie mutet
sogleich ungarisch an. Der Einsatz eines wuchtigen Tutti
zur Eröffnung folgt dem Vorbild von Beethovens Klavierkonzert
No. 3 in c-Moll. Seine weitläufige, in hohem Maße symphonische
Gestaltung lässt ganz und gar nicht vermuten, dass es sich
bei dieser Komposition um ein Konzert handelt. Dementsprechend verzichtet
Joachim hier völlig auf den üblichen "großen
Auftritt" des Soloisten. Die Solovioline reiht sich in das
Spiel der anderen Instrumente ein - fast wie ein Mitglied eines
Kammerorchesters. Im Laufe des Satzes werden die Melodien abwechselnd
vom Soloisten und den übrigen Instrumenten interpretiert, wobei
der Soloist zwischen melodieführender Hauptstimme und begleitender
Nebenstimme wechselt. Der von beträchtlichen Verzierungen dominierte
Charakter von Joachims Melodien zeugt von seiner Vertrautheit mit
Zigeunergeigern. (Da er Ungarn bereits als Junge verlassen hatte,
unterschied Joachim nicht zwischen der ungarischen Zigeunermusik
und der ungarischen Bauernmusik.)
Joachim weicht also von der traditionellen Durchführung im
Satz insoweit ab, als er die Reihenfolge seines ursprünglichen
Materials ändert und ein völlig neues Thema einfügt.
Diese Durchführung erhält besonders durch den Tonartenwechsel
und die Vielfalt der orchestralen Klangfarben ihren fantasievollen
Charakter. Die Reprise nimmt die Melodiefolge des eröffnenden
Tutti, und nicht des ersten Solopartes wieder auf. Ein Abschnitt
neuen Materials lässt den Soloisten eine Reihe absteigender
chromatischer Oktaven spielen, deren Klang Joachim mit dem Wiehern
eines Pferdes verglich. Die Kadenz beginnt mit dem A capella-Part
des Soloisten, der eine kontrapunktische Improvisation zum 1. Thema
zu bewältigen hat. Schließlich reihen sich Querflöte
und Oboe abwechselnd in das Spiel ein und tragen so zur Integration
der Kadenz in die Grundstruktur des Satzes bei. Gegen Ende des ersten
Satzes lässt Joachim den Solisten ähnlich wie in einer
Passage seiner Kadenz zum Beethoven-Konzert wieder chromatische
Oktaven spielen - diesmal umfasst eine absteigende Tonleiter zweieinhalb
Oktaven - welche dann in das Ende der Coda münden.
Der zweite Satz (Romanze: Andante) gestaltet sich in verkürzter
ABA Form mit Coda. "Es ist soviel Liebreiz und Freundlichkeit
darin," schrieb Brahms im Jahre 1858. "Das Ganze fließt
so ruhig hin und erwächst eines aus dem andern so schön,
daß man seine Freude hat." Während die Schlussteile
der ersten zwei Phrasen des Hauptthemas eindeutig ungarischen Charakter
aufweisen, beginnen beide Phrasen nicht mit dem typisch ungarischen
Spezialrhythmus einer von einer gepunkteten Achtelnote gefolgten
Sechzehntelnote, sondern mit ornamentierten Viertelnoten. Ein lebhafter
Mittelteil steht in drastischem Kontrast zur den ihn umgebenden,
eher ruhigen Abschnitten. Bei der Rückkehr zum Abschnitt A
nimmt ein Solo-Cello das gesamte 1. Thema wieder auf, während
der Solo-Violinist dieses mit kunstvollen Verzierungen umspielt.
An dieser Stelle zeigt Joachim seine tiefe Verehrung Bachs mit Verzierungen,
die natürlich, melodisch und harmonisch sind und nicht rein
ornamentalen Charakter besitzen.
Das Finale alla zingara ist ein umfangreicher Satz in Rondoform
und weist das folgende Strukturschema auf: A-B-C-A-D-A-B-C-Coda.
Das diesen Satz eröffnende Erschallen des Horns zersprengt
die ruhige Gelassenheit, mit der der zweite Satz zur Neige geht.
(Das Erschallen des Horns verbindet als ein wiederkehrendes Motiv
alle drei Sätze miteinander). Der Abschnitt A gestaltet sich
als Perpetuum mobile unter Verwendung der "Zigeunertonleiter"
(einer harmonischen Molltonleiter mit hochalterierter Quarte) und
verlangt dem Soloisten und dem Orchester beim gegenseitigen Zuspielen
von Melodien gleichermaßen äußerste Virtuosität
ab. In anderen Orchesterpassagen werden verschiedene Tanzrhythmen
und ausgelassene typisch ungarischen Rhythmus eingesetzt, während
die Doppelgriffe des Soloisten eine derartige Intensität erreichen,
dass zuweilen der Eindruck entsteht, Joachim hätte ein ganzes
Geigenorchester in den für einen einzigen Violinisten geschriebenen
Part eingearbeitet. Ein neues, zu Beginn der Koda eingeführtes
Thema wirkt triumphierend und das Konzert jagt mit einer letzten
Kraftanstrengung seiner Ziellinie entgegen. Dieser Satz inspirierte
Brahms zur Komposition seiner innig geliebten Ungarischen Tänze
(ursprünglich für Klavier, vierhändig), die Joachim
zu einem späteren Zeitpunkt für Violine und Klavier umschrieb.
Joachims Melodien muten zwar ungarisch an, sind jedoch völlige
Originalfassungen; sie bedienen sich keiner traditionellen Weisen.
Statt die Wirkung seines Konzertes aufzuhellen, vermögen sie
es, den ungarischen Stil von seinen dürftigen Herkunft zum
Hochadel zu erheben, indem sie ihn mit Introspektion und Potenz
erfüllen.
Für die Dauer ihrer Freundschaft war Joachim ein unbeirrbarer
Verfechter der Kompositionen von Brahms. Er führte die Kammermusikwerke
von Brahms auf, davon viele in Uraufführung, und dirigierte
auch Brahms` Symphonien. Ganz besonders angetan jedoch war er vom
Brahms-Violinkonzert. Er bezeichnete dieses Werk, das Brahms ihm
widmete, als eines von "hohem Kunstwert" welches in ihm
"Mitempfinden" weckte.
Brahms begann mit der Komposition seines Violinkonzertes im Sommer
des Jahres 1878 während eines Urlaubs in Pörtschach am
Wörthersee im österreichischen Kärnten. Am 22. August
übermittelte er Joachim das Manuskript des Violinparts mit
folgender Notiz: "Ich wollte Dich natürlich bitten zu
korrigieren, meinte, Du solltest nach keiner Seite eine Entschuldigung
haben - weder Respekt vor der zu guten Musik, noch die Ausrede,
die Partitur lohne der Mühe nicht. Nun bin ich zufrieden, wenn
Du ein Wort sagst, und vielleicht einige hineinschreibst: schwer,
unbequem, unmöglich, usw." Dies gab den Anstoß für
einen der wohl faszinierendsten musikalischen Dialoge der Geschichte.
Als Joachim das Konzert am 1. Januar 1879 in Leipzig uraufführte,
war das Werk bereits beträchtlich überarbeitet worden.
Zwei Zwischensätze waren gestrichen und durch ein neues Adagio
ersetzt worden, woraus das heute bekannte dreisätzige Konzert
entstand. (Beide ursprünglichen Zwischensätze sind verloren
gegangen. In Fachkreisen wird vermutet, dass das Scherzo
möglicherweise zum Allegro appassionato des zweiten
Klavierkonzertes umgeschrieben wurde). Die Partitur ging vor der
Uraufführung mindestens ein halbes Dutzend Mal zwischen den
beiden Freunden hin und her, und ihre aus dem hinterbliebenen Manuskript
eindeutig hervorgehende Debatte über eventuelle Revisionen
blieb der Nachwelt erhalten. Brahms nahm die meisten der von Joachim
vorgeschlagenen orchestralen Veränderungen auf, berücksichtigte
dagegen wesentlich weniger seiner Veränderungen am Violinsolo-Part.
Der erste Satz des Brahms-Konzertes folgt hinsichtlich der Einbindung
der Solovioline in den Orchesterklang dem Beispiel Joachims und
Beethovens. Die Solovioline übernimmt häufig eine Gegenmelodie,
während andere Instrumente die Hauptmelodie spielen. Brahms
überließ die Gestaltung der Kadenz dem jeweiligen Künstler.
Joachim schrieb seine eigene Kadenz, welche immer noch am häufigsten
gespielt wird.
Es gibt Anzeichen dafür, dass Brahms an ihrer Komposition beteiligt
war. Er kommentierte in einem Brief an Elisabeth von Herzogenberg
eine frühe Aufführung folgendermaßen: "Die
Kadenz ist bis zum hiesigen Konzert so schön geworden, daß
das Publikum in meine Coda hineinklatschte."
Dem Violinkonzert von Brahms wird häufig ein "maskuliner"
Charakter nachgesagt, welcher hauptsächlich der Robustheit
des ersten Satzes zuzuschreiben ist. Den majestätischen und
unerbittlichen Eigenschaften von Passagen wie der Soloexposition
und den Oktavsprüngen in der Durchführung stehe ich immer
wieder mit Staunen gegenüber. Wo das Beethoven Violinkonzert
die Schönheit der Schöpfung Gottes zu verkörpern
vermag, strahlt das Brahms Violinkonzert ihre Größe und
Erhabenheit aus.
Viele der Violinisten der ersten Generation, die sich mit dem Konzert
auseinander setzten, waren außer Stande, seine Brillianz zu
erkennen. Auf den zweiten Satz Bezug nehmend beschwerte sich sich
der spanische Violinvirtuose Pablo de Sarasate, er habe sozusagen
"unbeschäftigt" dagestanden, während die Oboe
die einzige brauchbare Melodie des ganzen Stückes gespielt
habe. Diese Bemerkung veranschaulicht den Unterschied zwischen dem
melodischen Begriff der Französisch-Belgischen Virtuosenschule
und der komplexeren Handhabung durch Brahms und seine musikalischen
Landsleute. Dieser einfach strukturierte Satz enthält eine
der schönsten, je für die Violine geschriebene Musikkompositionen.
Brahms ließ sich für seinen dritten Satz vom Finale
des Konzertes "in ungarischer Weise" von Joachim inspirieren.
Hier wecken die rhythmische Vitalität und der Melodienreichtum
von Brahms die gleiche Stimmung wie andere von ungarischer Musik
inspirierte Werke, ohne jedoch auf Zigeunerweisen oder die Zigeunertonleiter
zurückzugreifen. Im Gegensatz zur überstürzten Eile,
mit der das Violinkonzert Joachims auf sein Ende zuhastet, verlangt
das poco piu presto am Ende des Brahms-Konzertes einen marschähnlichen,
gleich bleibenden Rhythmus und deutet in den letzten Takten gar
ein leichtes ritardando an. Dennoch enden beide Konzerte
mit D-Dur-Akkorden, die ein Gefühl echten, wohlverdienten Triumphes
vermitteln.
Obwohl dem Brahms Violinkonzert zu Beginn zweifellos eher gemischte
Gefühle entgegengebracht wurden, ist es zu einem der beliebtesten
und geschätztesten Werke im Repertoire des Violinisten geworden.
Im Gegensatz dazu wird Joachims Konzert "in ungarischer Weise"
für so manch modernen Zuhörer im wahrsten Sinne des Wortes
eine Offenbarung sein. Ich hoffe, dass das Wissen um den Einfluss
von Joachims Konzert ein neues Licht auf das Brahms Violinkonzert
zu werfen vermag und dass Joachims Meisterwerk eines Tages die Wertschätzung
wiedererlangen wird, die ihm einst entgegen gebracht wurde.
ÜBER DIE KADENZEN
Diese Aufnahme enthält zwei verschiedene Kadenzen für
das Brahms Violinkonzert. Wenn ich das Violinkonzert im Rahmen einer
Reihe von Konzerten mit demselben Orchester aufführe, kann
es häufig vorkommen, dass ich jeden Abend eine andere Kadenz
spiele und abwechselnd die von mir selbst komponierte und andere
von mir bevorzugte Kadenzen - die von Ysaye, Kreisler und Maud Powell
- aufführe. Für eine Aufnahme, die die Beziehung zwischen
Brahms und Joachim besonders hervorhebt, erschien es mir angemessen,
die ursprüngliche Kadenz Joachims im Kontext des ganzen Konzertes
aufzuführen. Mir schien jedoch, als bliebe meine Interpretation
dieses Konzertes unvollendet, wenn die musikalische Gestaltung meiner
eigenen Ideen zu dieser Brahms-Komposition hier fehlen würde.
Daher beginnt Track 5 der Brahms-CD mit meiner Kadenz und wird
dann mit dem Orchester zum Ende des Satzes fortgeführt. Um
den Kontext herzustellen, empfehle ich Ihnen, sich den ersten Satz
bis zum Ende von Track 1 anzuhören und dann gleich zu Track
5 überzugehen. (Wenn Sie Ihren CD-Player nicht vorprogrammieren
können, lässt sich das auch manuell einstellen). Ich hoffe,
Ihnen gefällt die Vielfalt, die diese zwei verschiedenen Schlussteile
des ersten Brahms-Satzes zu bieten haben.
ÜBER DIE VIOLINE
Es war mir eine besondere Ehre, für dieses Album auf der Geige
von Joseph Guarneri del Gesu aus dem Jahr 1742, auch als "Ex-Soldat"
bekannt, spielen zu dürfen, zumal dieses Instrument eng mit
diesem Repertoire verknüpft ist.
Im Jahre 1875 entschloss sich die äußerst begabte junge
Violinistin Marie Soldat (1863 - 1955), die Violine zugunsten des
Klavier- und Gesangsstudiums aufzugeben. Das Geigenspiel von Joseph
Joachim in einem Konzert in Graz drei Jahre später inspirierte
sie jedoch zur Wiederaufnahme ihres Geigenstudiums, und zwar bei
ihm.
Marie Soldat wurde Johannes Brahms 1879 während einer Sommerreise
durch österreichische Kurorte in Pörtschach vorgestellt.
Nachdem er ihrem Spiel gelauscht hatte, arrangierte Brahms ein Benefizkonzert,
dessen Erlös ihren Studien zugute kommen sollte. Außerdem
stellte Brahms ihr eine Zugfahrkarte zur Verfügung, damit sie
ihn und Joachim nach Salzburg begleiten konnte. Als sie, von Brahms
am Klavier begleitet, das Mendelssohn-Konzert zu spielen begann,
rissen die Saiten ihrer Geige. Joachim reichte ihr daraufhin seine
Stradivari, und sie verblüffte mit einer derart beeindruckenden
Darbietung, dass Joachim sie ohne weiteres in den Kreis seiner Schüler
an der Hochschule für Musik in Berlin aufnahm.
Marie Soldat (später Soldat-Röger) wurde zur eine der
engen Vertrauten von Brahms und gehörte nun auch seinem Kammerorchester
an. Diese Freundschaft dauerte ein Leben lang an. Der berühmte
Pianist und Dirigent Hans von Bülow stellte sie einmal als
"Brahms`zweite Besetzung" vor.
Marie Soldat galt weithin als eine der virtuosesten Geigerinnen
ihrer Tage. Sie studierte das Brahms-Violinkonzert bei Joachim und
Brahms und es wurde zu ihrem Aushängeschild schlechthin. Sie
stellte es es in vielen europäischen Städten vor, unter
anderem auch inWien im Jahre 1885, begleitet von den Wiener Philharmonikern
unter der Leitung von Hans Richter. Ferner spielte sie das Violinkonzert
von Brahms bei seiner zweiten Aufführung in Berlin unter der
Leitung von Joseph Joachim.
Im Jahre 1897 wählte Johannes Brahms diese Geige für
Marie Soldat aus und veranlasste, dass ein reicher Geschäftsmann
aus Wien sie erwarb und der Geigerin als Leihgabe auf Lebenszeit
zur Verfügung stellte. Die Musikzeitschrift The Strad
kommentierte dieses Instrument im Jahre 1910 folgendermaßen
". . . [es] besitzt die meisten Qualitäten, die wir mit
diesem Geigenmacher verbinden, in einem sehr hohen Maße. Sein
Klang ist von außerordentlicher Schönheit und eignet
sich ausgezeichnet für den ausdrucksstarken Stil der Violinistin
. . . . Sein voller und reichhaltiger Klang zeichnet sich besonders
auf der G-Seite durch Tiefe aus. Alle Konturen dieser Geige scheinen
vor Lebenskraft und Stärke nur so zu strotzen."
Ich möchte gerne glauben, dass Brahms diese Geige auch deshalb
ausgewählt hatte, weil ihre Stimme am ehesten die Klänge
hervorzubringen mag, die er sich für sein Violinkonzert vorgestellt
hatte. Ich hoffe, dass Sie beim Zuhören den Klang dieses fantastischen
Instrumentes genauso genießen können, wie ich ihn beim
Spielen genossen habe.
WISSENSWERTES ÜBER RACHEL BARTON
Mit ihrem leidenschaftlichen musikalischen Engagement begeistert
die amerikanische Violinvirtuosin Rachel Barton ihr Publikum, gleichgültig,
wo sie auftritt. Aufgrund ihrer profunden und wohl überlegten
und mit ungeheurem Enthusiasmus sowie bewundernswerter Intensität
dargebotenen Interpretationen eines extrem breit gefächerten
Repertoires hat sie sich weltweit einen Namen gemacht.
Frau Barton ist als Soloistin mit vielen der weltweit berühmtesten
Orchester wie den Symphonien von Chicago, Atlanta, St. Louis, Dallas,
Baltimore, Montreal, Wien, Neuseeland, Island und Budapest aufgetreten,
um nur einige zu nennen. Sie kann bereits auf eine enge Zusammenarbeit
mit verschiedenen berühmten Dirigenten wie Zubin Mehta, Erich
Leinsdorf, Neeme Järvi und Semyon Bychkov zurückblicken.
Auf Einladung von Franz Welser-Möst nahm Frau Barton im Januar
2000 an der Mozartwoche in Salzburg teil und trat im Sommer 2001
erstmals bei den Salzburger Festspielen auf. In den USA trat sie
unter anderem bei den Ravinia und Grant Park Music Festivals auf.
Im Sommer 2003 wird sie beim Marlboro Music Festival erneut ihr
Können unter Beweis stellen. Bemerkenswert ist auch ihre Zusammenarbeit
mit Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach und Mark O`Connor sowie
ihre Auftritte mit dem Pacifica String Quartett. Als Vortragskünstlerin
gab Rachel Barton unter anderem im Rahmen verschiedener Live-Sendungen
das Gesamtwerk der Capricci Paganinis und alle sechs Bach-Sonaten
und Partiten zum Besten.
Frau Barton ist Preisträgerin verschiedener bedeutender Musikwettbewerbe;
unter anderem erhielt sie beim alle vier Jahre stattfindenden internationalen
Johann Sebastian-Bach-Wettbewerb 1992 in Leipzig den 1. Preis für
Violine. Ihr wurde damit als erster Amerikanerin und jüngster
Künstlerin diese Auszeichnung zuteil. Weitere Auszeichnungen
erhielt sie bei verschiedenen internationalen Violinwettbewerben,
darunter dem Königin-Elisabeth-Wettbewerb (Brüssel, 1993),
dem Kreisler-Wettbewerb (Wien, 1992), dem Szigeti-Wettbewerb (Budapest,
1992) und dem Montreal-Wettbewerb (1991), sowie bei zahlreichen
Wettbewerben auf nationaler und regionaler Ebene. Darüber hinaus
erhielt sie sowohl beim internationalen Paganini-Violinwettbewerb
in Genua 1993 und dem Szigeti-Violinwettbewerb den 1. Preis für
ihre Interpretation der Capricci von Paganini.
Im Juni 1996 war Frau Barton Fackelträgerin beim olympischen
Fackellauf und wirkte noch in jenem Sommer bei der Eröffnungsfeier
der Paralympics im Centennial Olympic Stadium zusammen mit Mitgliedern
des Atlanta Symphony Orchestra als Soloistin mit. Bei den Playoff-Spielen
der Chicago Bulls 1995 und 1996 und der "Democratic National
Convention" trug sie ihr eigenes meisterhaftes Solo-Arrangement
der amerikanischen Nationalhymne vor. 1996 wählte das Chicago
Magazine Frau Barton zur "Bürgerin Chicagos des Jahres",
und Today`s Chicago Woman Magazine ernannte sie zur "Frau des
Jahres". Ein Fernseh- und Rundfunk-Portrait über sie lief
in der landesweit übertragenen Sendung "Sunday Morning"
und sie ist bereits zweimal in der ebenfalls landesweit übertragenen
"Today Show" aufgetreten. Im Februar 2003 wurde Frau Barton
bei den 22. jährlichen Chicago Music Awards zur "Klassischen
Entertainerin des Jahres" gekürt.
Frau Barton ist Mitglied des Treuhändervorstandes des Music
Institute of Chicago, wo sie den Ausschuss Curricula und Programme
leitet. Seit 1997 ist sie Lehrkraft für das Mark O`Connor Fiddle
Camp. Frau Barton betreut häufig Kammerorchester, leitet Lokalwettbewerbe
für Jugendorchester und gibt Meisterkurse. Abgesehen von ihren
Konzerttouren stellt sie sich bereitwillig für besondere, kindgerechte
Programme und Vorführungen und vor ihrem Auftritt für
Gespräche zur Verfügung bzw. kommentiert ihr Programm
während ihrer Auftritte selbst.
Ihre Bemühungen um ein jüngeres Publikum zeigten sich
unter anderem darin, dass sie häufig im Rahmen von Rockmusik-Radiosendungen
Interviews gab und auftrat. Außerdem gibt sie Benefizkonzerte
zugunsten verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen.
Dies ist Frau Bartons fünfte Aufnahme für die Plattenfirma
Cedille Records. Sie hat auch unter dem Dorian Recordings Ò
Label zwei CDs, mit Musik für Violine und Klavier von Sarasate
bzw. Liszt und auch eine CD für Cacophony Records mit dem Titel
Storming the Citadel aufgenommen.
WISSENSWERTES ÜBER CARLOS KALMAR
Carlos Kalmar ist Music Director beim Oregon Symphony und Principal
Conductor des Grant Park Music Festivals in Chicago. Herr Kalmar
wurde 1958 in Montevideo (Uruguay) als Sohn österreichischer
Eltern geboren. Seine Ausbildung erhielt er an der Hochschule für
Musik und darstellende Kunst in Wien bei Karl Österreicher.
Einen ersten großen Erfolg konnte er im Juni 1984 als Preisträger
des Hans Swarowsky-Wettbewerbs erzielen. Er war von 1987 bis 1991
Chefdirigent der Hamburger Symphoniker; von 1991 bis 1995 Chefdirigent
und Generalmusikdirektor der Stuttgarter Philharmoniker, eine Funktion,
die er von 1996-2000 beim Anhaltischen Theater und der Anhaltischen
Philharmonie Dessau innehatte. Zwischen 2000 und 2003 war er Chefdirigent
des Tonkünstler-Orchester Niederösterreich in Wien.
Sein Deutschland-Debut hatte Carlos Kalmar im April 1985 beim NDR-Sinfonieorchester
Hamburg. Seitdem dirigiert er als Gast zahlreiche Orchester in Europa,
Asien, Australien, und Nord- und Süd-Amerika, unter anderem
das Chicago Symphony Orchestra, Philadelphia Orchestra, Seattle
Symphony, Detroit Symphony, Minnesota Orchestra, Cincinnati Symphony,
Indianapolis Symphony, Bamberger Symphoniker, Rundfunk-Sinfonieorchester
Berlin, Orquesta Nacionales de España, Radio Symphonieorchester
Wien, Wiener Symphoniker, São Paulo Symphony Orchestra, Singapore
Symphony, West Australian Symphony, Royal Scottish National Orchestra,
und das Mostly Mozart Festival Orchestra in New York. Maestro Kalmar
hat kritische Anerkennung als Operndirigent überall in Europa
bekommt, u.a. an der Hamburgischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper,
am Opernhaus Zürich, an der Opera National Brüssel und
der Wiener Volksoper.
Carlos Kalmar hat CDs mit dem Jeunesse Musicales Weltorchester
(Alban Gerhardt Cellist) und auch mit dem Tonkünstler-Orchester
Niederösterreich für ORF aufgenommen. Diese CD ist seine
zweite Aufnahme für Cedille Records. Auf der CD American
Works for Organ and Orchestra (Cedille Records CDR 90000 063)
dirigiert er das Grant Park Symphony Orchestra (mit David Schrader,
Orgel Solist) in Musik von Samuel Barber, Walter Piston, Leo Sowerby,
und Michael Colgrass.
WISSENSWERTES ÜBER DAS CHICAGO SYMPHONY ORCHESTRA
Mehr als ein Jahrzehnt nach seinem hundertjährigen Bestehen
gehört das Chicago Symphony Orchestra zu den weltweit bedeutendsten
Orchestern. Im Jahre 1991 wurde Daniel Barenboim der neunte Musikdirektor
des CSO. Während seiner Amtszeit als Chefdirigent eröffnete
Herr Barenboim das neue Symphony Center Chicago, führte weithin
gepriesene Konzertopern-Produktionen auf, trat mit dem Orchester
in der Doppelrolle des Pianisten und Dirigenten auf und veranstaltete
mehr als 12 internationale Konzerttouren.
Das Chicago Symphony Orchestra wurde im Jahre 1891 von Theodore
Thomas, dem damals führenden Dirigenten in Amerika gegründet.
Thomas wirkte dreizehn Jahre, bis zu seinem Tod im Jahre 1905, als
Musikdirektor des Orchesters. Er starb kaum drei Wochen nach der
Einweihung des Konzerthauses "Orchestra Hall", dem "Domizil"
des CSO.
Der Nachfolger von Theodore Thomas hieß Frederick Stock.
Er spielte seit 1895 im Orchester die Viola und wurde dann vier
Jahre später stellvertretender Dirigent. Er bekleidete das
Amt des Musikdirektors 37 Jahre lang von 1905 bis 1942, womit seine
Amtszeit als die längste der neun Musikdirektoren des Orchesters
zu verzeichnen ist. Im darauf folgenden Jahrzehnt übernahmen
3 berühmte Dirigenten die Rolle des Musikdirektors: Désiré
Defauw von 1943 bis 1947, Artur Rodzinski in der Konzertsaison 1947-48
und Rafael Kubelik von 1950 bis 1953. Im nächsten Jahrzehnt
war Fritz Reiner Chefdirigent des Orchesters: Seine Aufnahmen mit
dem CSO gelten immer noch als meisterhafte Konzertaufführungen.
Reiner war es, der Margaret Hillis zur Bildung des Chicago Symphony
Chorus im Jahre 1957 veranlasste. Für die Dauer der fünf
Konzertsaisonen von 1963 bis 1968 war Jean Martinon Musikdirektor
des CSO.
Sir Georg Solti, der achte Musikdirektor des Orchesters, leitete
das Orchester von 1969 bis 1991. Ihm wurde später der Titel
des Ehrenmusikdirektors verliehen, woraufhin er bis zu seinem Tod
im September 1997 in jeder Saison mehrere Wochen lang die Leitung
des Orchesters übernahm. Mit der Ankunft Soltis in Chicago
begann eine der erfolgreichsten musikalischen Partnerschaften unserer
Tage. Die erste internationale Konzerttour des Orchesters erfolgte
unter seiner Leitung im Jahre 1991. Weitere Konzerttouren durch
Europa, Japan und Australien untermauerten den Ruf des Orchesters
als eines der weltbesten Ensembles.
Im Jahre 1916 machte das CSO als erstes amerikanisches Orchester
eine Aufnahme unter Leitung seines Stammdirigenten. Seitdem sind
mehr als 900 Plattenaufnahmen mit diesem Orchester entstanden. Die
Schallplattenalben des CSO wurden mit 58 Grammy Awards ausgezeichnet
- mehr als jedes andere Orchester. Das Chicago Symphony Orchestra
hat bereits die Symphonie No. 5 von Easley Blackwood unter der Leitung
von James DePreist für Cedille Records aufgenommen. (Cedille
Records CDR 90000 016, "Easley Blackwood: Symphonies Nos. 1
& 5").
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